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Theorien der Demokratie dient der Beschreibung und Beurteilung politischer Ordnungen.

Identitätstheorie Bearbeiten

Als Begründer der Identitätstheorie gilt J. J. Rousseau, welcher einen homogenen objektiven Volkswillen (volonté génerale) ausgeht. Jene "höhere Einsicht" stehe im Gegensatz zu dem Einzelwillen des Individuums (volonté de tous).

Wahlen drücken den objektiven Willen stets nur aus.

Diese Überlegungen sind für die Direktdemokratie und das imperative Mandat von Bedeutung.

Konkurrenz- und Pluralismustheorie Bearbeiten

Im Gegensatz zur Identitätstheorie geht die Konkurrenz- und Pluralismustheorie von einem nicht eindeutig bestimmbaren Gemeinwohl aus. In der Artikulation und Aggregation verschiedener Interessen werben in einem politischen Willensbildungsprozess Einzelne um das Mandat zur Volksvertretung auf eine gewisse Zeit.

Die Vorstellung der Pluralismustheorie ist daher mit der repräsentativen Demokratie und der Vorstellung eines freien Mandates verbunden.

Überblick einiger politischer Theorien Bearbeiten

Thomas Hobbes John Locke J. J. Rousseau J. Madison
Zentrale Schriften Leviathan
(1651)
Two Treaties of Government (1689) Contract Social
(1764)
Federalist Paper
(1787/88)
Historischer Hintergrund Englischer Bürgerkrieg,
Absolutismus der Stuarts
Englischer Bürgerkrieg,
Gloarreiche Revolution
Repulikanisches Genf, absolutistisches Frankreich Amerikanische Unabhänigkeit, 1776, loser Staatenbund
Menschenbild Mensch von Natur aus gleich, aggressiv, triebgebunden und egoistisch; Selbsterhaltung mit allen Mitteln Mensch von Natur aus frei, gleich und friedlich; Entstehung der Ungleichheit durch die Einführung des Geldes Mensch ursprünglich frei, gleich und friedlich; erst Eigentum und Ziviliastion bringen Herrschaft, Konflikte und Verfall Unveräußerliche Menschenrechte, frei und von Eigeninteressen bestimmt; Gesellschaft ist heterogen; ungleiche ökonomische Verhältnisse
Individuum und Staat Menschen verlieren mit dem Vertrag ihre individuellen Rechte. Nur bei Versagen des Staates (Kein Schutz, keine Sicherheit) endet die Pflicht zur Unterwerfung. (Einmaliger Vertrag zwischen Souverän und Untertan) Menschenrechtsgarantie; Bei Staatsversagen ist Entzug des politischen Herrschaftsauftrages legitim. (Neuer Abschluss des wechselseitiger Vertrages zwischen Herrscher und Beherrschten) Bürgerliche Freiheit nur durch einen Gesellschaftsvertrag möglich. Freiheit ist kein indivuelles Recht. kein individuelles Widerstandsrecht gegen objektiv Gutes. (Einmaliger Vertrag zwischen frieen, sittlichen Staatsbürgern) Regierungssystem gründet auf eine Verfassung, entstanden aus dem vorstaatlichen Recht und dem Verfassungsentwurf. Der Staat darf die natürlichen Rechte (Naturrecht, Menschenrechte) nicht einschränken.
Zweck Starker Staat: Ordnung, Sicherheit, Schutz des Lebens. Garantie der Sicherheit und Freiheit des Eigentums und Schutz des Lebens. Verpflichtung auf Gemeinwohl und kollektive Grundwerte; Wiederherstellung der vorzivilisatorischen Freiheit und Gleichheit des Menschen. Garantie von Pluralität, Lebe, Freiheit, Streben nach Glück, keine Verletzung indivueller Rechte durch Mehrheit; Gründung eines demokratischen Bundesstaates.
Vertragsart Unterwerfungsvertrag Herrschaftsvertrag Gesellschaftsvertrag Verfassung
Souveränität allmächtiger Staat bleibt beim Volk Gemeinwille als unmittelbare und unteilbare Souveränität Volkssouveränität
Repräsentation Herrscher = Staat durch Wahlen Direktdemokratie gewählte Volksvertreter, Wahlberechtigung, "Männer mit Besitz"
Gewaltenteilung Nein Ja Formal ja. Ausrichtung auf Gemeinwillen horizontal, checks and balances, vertikal: Föderalismus
Auswirkungen Absolutimus, Totalitärer Staat Liberalismus; Demokratie Republik; Direktdemokratie; Marxismus, Totalitärer Staat moderner Bundesstaat, repräsentative Demokratie
Probleme/Schwächen Machtmissbrauch durch den Herrscher Überbetonung des Privateigentums, Wahlrecht nur für Besitzende Verwirklichung im sozial differenzierten Flächenstaat Parteilichkeit von Volksvertretern, starke Betonung des Rechts auf Eigentum gefährdet soziale Gerechtigkeit