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In den Abiturvorgaben sind für das erste Semester in Deutsch drei verbindliche Lektüren angegeben. In diesem Artikel sind Zusammenfassungen der beiden Theaterstücke und der "Gebrauchsanweisung" gegeben.


Gerhart Hauptmann - Die RattenBearbeiten

1.AktBearbeiten

Fr. John(=Jette) und Piperkarcka am Tisch und unterhalten sich über das ungeborene Kind:

  • Piperkarckas Ex-Freund will sie nicht, Eltern würden sie auch verstoßen und Geld hat sie auch keins → Ihren Ausweg sieht sie im Selbstmord, den sie dann Alois Theophil Brunner, Instrumentenmacher zuschreiben will
  • Fr. John bietet an Kind zu nehmen, da ihr Adelbertchen schon gestorben ist und ihr Mann Paul so gerne ein Kind will
  • Bruno (Fr. Johns Bruder) kommt hinzu und will Mausefallen aufstellen, aber Fr.John schmeißt ihn raus
  • Piperkarcka will gehen, doch wird von John aufgehalten
  • Bruno schleicht sich wieder an und bemerkt, dass er etwas gehört habe
  • also schickt Fr.John Piperkarcka auf den Dachboden und
  • Bruno nach kurzer Diskussion in den Keller
  • Fr. John versteckt sich und
  • Walburga Hassenreuther erscheint
  • und sie unterhalten sich
  • es wird deutlich: Walburga kommt aus besserem Hause und scheint unterrichtet worden zu sein
  • und, dass sie eine (sexuelle?) Beziehung zu ihrem Hauslehrer Herrn Spitta hat
  • dann ist wieder ein Geräusch zu hören
  • Walburga auf den Dachboden
  • Direktor Hassenreuther kommt mit Nathanel Jettel um sich Kostüm zu leihen
  • doch John kommt nicht um beim Suchen zu helfen → Hassenreuther regt sich auf → Jettel geht
  • es klingelt wieder → Alice Rüterbusch kommt und Hassenreuther und sie unterhalten sich
  • es stellt sich heraus, dass Hassenreuther verkaufen wollte, es aber nicht getan hat
  • nach einigen Worten küssen sie sich und Alice zeigt, dass sie von Hassenreuthers Frau weiß und erkundigt sich sogar nach ihr
  • laber rhababer über dies und das, aber auch über die Neueröffnung des Theaters
  • es klingelt wieder. Alice geht in die Bibliothek und Erich Spitta kommt
  • Spitta hat sie angeblich hereinkommen sehen, aber sie ist angeblich beim GoDi, also ergreift er die Gelegenheit, Hassenreuther zu fragen, ob er Schauspieltalent habe
  • aber Spitta soll Pastor werden und so steht Schauspielerei außer Frage
  • Hassenreuther befördert ihn nach kurzem Gespräch nach draußen und es erscheinen
  • Walburga und Fr. John. Erstere ist aufgewühlt und erschrocken von Bruno und Piperkarcka und verschwindet, auch John geht und
  • Hassenreuther kommt zurück, um sein Treffen mit Alice zu beenden


==> erste Standesunterschiede erkennbar: Hassenreuthers – Oberschicht

Johns – untere Mittelschicht

Piperkarcka – ganz unten angekommen

==> Verzweiflung der Piperkarcka wird deutlich

==> Verschlagenheit der John wird deutlich

==> Betrügereien in jeder Schicht werden angedeutet (Affären, Mann lässt schwangere Frau sitzen

→ Unaufrichtigkeit der Menschen


=Bearbeiten

2.Akt===

Herr und Frau John in ihrer Wohnung unter dem Theaterfundus. Sie am nähen, er am rechnen:

  • Gespräch über den Säugling im Kinderwagen: John muss noch zum Amt um ihn anzumelden, war aber betrunken und hat die Daten nicht auf die Reihe gekriegt
  • Fr. John beschwert sich, dass er so selten da ist und immer arbeitet
  • Selma Knobbe erscheint mit weiterm Baby, welches krank ist: die Mutter sei weg und sie könne sich nicht mehr um alles kümmern
  • John meint, seine Frau solle mal ein Blick auf das Kind werfen, aber sie scheucht Selma hinaus
  • dann kommt erst Frau Direktor Hassenreuther mit Walburga, kurz darauf folgt ihr Mann und sie überreichen den Johns ein Milchflaschen-Sterilisiert-Gerät, damit keine Keime das Kind krank machen
  • es kommt Herr Direktor Hassenreuther hinzu und nach kurzen Gespräch stoßen auch zwei Schüler des Direktors, Käferstein und Dr. Kegel, dazu, die zum Unterricht erschienen sind. Der dritte im Bunde, Spitta, wurde aufgehalten, weil er den Schwächeanfall einer Frau auf der Straße beobachtete und zu Hilfe eilte. Es stellt sich raus, es war Selma Knobbes Mutter
  • Käferstein, Dr. Kegel und Hassenreuther gehen zum Unterricht, begleitet von Fr. Hassenreuther, John muss zur Arbeit und so bleiben Walburga, Spitta und Fr. John allein,letztere zieht sich zurück, damit erstere sich über Spittas Berufswunsch-Wechsel und die Agonien des Vaters unterhalten können, bis die Piperkarcka eintritt. Das Paar verabschiedet sich und Fr. John und die Piperkarcka beginnen ein Gespräch über das Kind:
  • Fr. John wird sauer, als Piperkarcka droht, ihr Geheimnis zu lüften, schlägt sie und bei den Hilferufen besinnt sie sich eines Besseren und geht wieder auf das junge Mädchen ein, aber nur oberflächlich. Diese will nämlich das Geld zurückbringen und ihr Kind wieder haben, aber die John lässt sie gar nicht soweit reden und bietet ihr immer wieder Essen/Trinken an, um sie abzulenken, aber als es dann unausweichlich ist, motzen sich die Frauen gegenseitig an, weil die John ihr das Kind noch nicht einmal zeigen will
  • es stellt sich heraus, dass die Piperkarcka selbst schon auf dem Amt war, um die Geburt des Kindes (auf dem Dachboden) zu melden, dadurch ist der komplette Betrug geplatzt und es soll sogar jemand zur Kontrolle der Pflegschaft, die eingetragen wurde, kommen. John ist vollends geschockt und bringt die Piperkarcka hinaus

==> Anzeichen von Fr. Johns Wahnsinn ==> Sinneswandel der Piperkarcka

==> Verzweiflung der unteren Schichten ==> Überlebenswille und Menschlichkeit stehen im Konflikt miteinander


===> Tiefe/Tragik der Piperkarcka


3.AktBearbeiten

Theaterunterricht von Direktor Hassenreuther: Spitta, Käferstein, Dr. Kegel probend, Walburga schreibt in ein Kontobuch.

  • Hassenreuther ist gar nicht zufrieden mit der Darstellung/dem Gesang von Käferstein und Dr. Kegel. Er schreit wiederholt herum und berichtigt sie. Trotzdem gelingt nichts nach seinen Wünschen.
  • Spitta ist an der Reihe mit seinem Part und stellt ihn nach bestem Können dar, doch Hassenreuther ist absolut unzufrieden und eine Diskussion entbrennt (s. Deutschzusammenfassung Tabelle zur theatertheoretischen Position der Beiden)
  • Der Hauswirt Quaquaro ist auch anwesend. Es stellt sich heraus, dass bei der Inventur Dinge als fehlend erkannt wurden und nun steht die Frage im Raum, was zu tun.
    Das Gespräch kommt auf einen Geist eines Soldaten, der sich in dem Haus getötet haben soll. Nun kommt die Frage auf, ob er die Sachen vllt. Gestohlen hat.
  • Quaquaro geht hinauf, um die Sachen selbst zu inspizieren.
  • Er kommt i-wann mit Fr. John wieder. Dieser erklärt, dass sie zu ihrer Schwester fährt, um das Kind vorzuzeigen und geht wieder ab.
    Auf die Frage Hassenreuthers, was er nun zu tun habe, sagt Quaquaro, er werde Knobbes hinaus werfen und andere Gruppen, die das Haus benutzen befragen und geht.
  • Als es klingelt schickt er alle hinaus – er denkt Alice Rüterbusch käme – und kommt mit Pastor Spitta wieder hinein.
    Es entsteht ein Gespräch über Spitta (den Sohn) und dessen Berufswunsch. Der Pastor ist sichtlich enttäuscht, steigert sich aber auch sehr in seine Wut hinein. Darauf folgt eine Diskussion über Schauspielerei und dergleichen.
  • Hassenreuther verspricht dem Sohn abzusagen und geleitet ihn raus. Walburga und Spitta kommen zurück und er wirft ihn raus und schimpft mit ihr.
  • Da kommt Spitta zurück, mit der Piperkarcka und Frau Kielbacke. Letztere trägt einen Säugling auf dem Arm und es entsteht eine Diskussion, darüber, dass das Kind von Frau John geklaut worden sei, es sei nämlich das Kind der Piperkarcka. Nach etlichen Argumenten (das Kind sei dem der John unähnlich, Wort steht gegen Wort,...) kommt Schutzmann Schierke dazu.
  • Dieser schaltet sich ins Gespräch ein und versucht zu schlicht/klären/verstehen was vor sich geht. Als es an der Tür leutet, schickt Hassenreuther alle in die Bibliothek und es kommt Frau Sidonie Knobbe, die anfängt von ihrem zu sprechen. Wie sie auf der Gosse landete, aber eigentlich aus reicher Familie käme usw. Nach etlicher Zeit schaltet sich auch Schierke wieder ein und holt die Leute aus der Bibliothek. Knobbe sagt, es sei ihr Kind, was Frau Kielbacke da trage, doch jenes ist in der Zwischenzeit verschieden. Es bleibt aber unklar, wer nun die Mutter des Kindes ist und irgendwie trauern alle.


==> Die ganzen Probleme spitzen sich zu.


4. AktBearbeiten

John ist in seiner Wohnung und Quaquaro kommt dazu.

  • Quaqaro erzählt von den neuesten Geschehnissen (Für den Leser, die aus dem dritten Akt) und deren Ausgang:
    → Das Kind war das der Knobbe

→ Selma hatte den Kinderwagen ins Zimmer der Johns gestellt, weil es dort besser aufgehoben sei
→ Dort fanden es Frau Kielbacke und die Piperkarcka, letztere um das Kind zurückzuforden
→ Sie nahmen das Kind mit und brachten es zu Hassenreuther, um das Problem zu klären
→ Jetzt sei aber die Piperkarcka verschwunden, wurde aber zuletzt mit Bruno, Fr. Johns Bruder, gesehen und nun sucht die Polizei nach jenem

  • John hört sich das alles an und sehr erstaunt und verwirrt, versteht das ganze nicht komplett. Zwischendurch kam noch Spitta dazu und trug seinen Teil dazu bei, aber so richtig schlau kann man nicht daraus werden. Auch Selma taucht auf, und erklärt, warum das Kind bei den Johns war. Selma macht Kaffee und Quaqaro gehen i-wann und Spitta fragt John nach seiner Frau. Er ist knapp bei Kasse, weil er sich von seinem Vater nun ganz gelöst hat und will Fr. John um Kredit bitten. Sie ist aber noch nicht da. John bringt dann Selma nach Haus und Walburga erscheint in seiner Abwesenheit
  • Gespräch zwischen Spitta und Walburga über das Geschehene: Spitta hatte Streit mit Vater, Walburga auch. Es ist ihr eigentlich verboten, weiter mit Spitta zu verkehren. Sie gibt ihm Geld.
  • Walburga erzählt, dass sie eine gerichtliche Vorladung hat, wegen der gestohlenen Sachen (s. Anfang 3. Akt)
  • Fr. John kommt und als die beiden merken, das diese reichlich aufgeregt ist, gehen sie ab. John kommt zurück und spricht mit seiner Frau. Diese ist sehr sehr sehr durch den Wind und labert ganz schönen Quatsch.
  • Die Diskussion kommt auf Bruno. John will diesen nicht mehr sehen, und als er unerwartet dazu stößt, will John ihn erschießen. Stattdessen geht er aber ab und Fr. John und ihr Bruder unterhalten sich. Es stellt sich heraus, dass Fr. John wollte, dass Bruno sich um die Piperkarcka 'kümmert', doch es scheint, dass sie damit ganz und gar nicht meinte, dass er sie tötet. Er sollte ihr nur Angst machen, damit sie das Johns und das Kind in Ruhe lässt.


==> Fr. Johns Wahnsinn zeigt sich sehr deutlich → Schizophrenie?

==> Mordkomplott?!?!?!?!

==> Bruno ist wirklich gefährlich


5. AktBearbeiten

Spitta und Walburga betreten Johns Wohnung und finden Fr. John schlafend vor.

  • Sie wollen sie nicht wecken, denn Walburga erklärt, dass sie Angst vor ihr habe.

Sie sprechen über die Polizei, die vor ihrem Haus steht. Diese machen einer Razzia, denn sie suchen Bruno.

  • Da kommt Fr. Direktor Hassenreuther hinzu. Sie umarmt ihre Tochter und erklärt, dass sie keine weiteren Briefe erhalten möchte, in denen ihre Tochter Weglaufen oder Suizid andeutet. Darüber hinaus erzählt sie, dass sie mit ihrem Mann gesprochen habe und einen „Waffenstillstand ausgehandelt“ hat.
  • Fr. John wacht auf, während sie fast schlafwandlerisch im Traum aufwachtet und befürchtete Bruno anzutreffen und fragt, ob Bruno noch da sei. Irgendwann 'wacht' sie auf und erkennt die Anwesenden.
  • Direktor Hassenreuther kommt dann auch noch hinzu. Er ist milde gestimmt aufgrund seiner Beförderung nach Straßburg. Er will sogar nicht gegen Spitta wettern und scheint allgemein ganz ruhig. Alleiniges Manko sind Zeitungsberichte, deren Herkunft der enthaltenen Informationen er Fr. John anlastet, die von den Geschehnissen auf dem Oberboden berichten: Kleiderklau, Kinderklau/Niederkunft, Fläschchenfund,... . Bevor Fr. John etwas sagen kannt kommt
  • John herein und berichtet von seinem Gespräch mit einem Polizisten: Die Polizei (u.A. Mordkommission, Schutzleute, Geheimpolizei) seien hier, um Bruno zu schnappen, der bestätigter Weise die Piperkarcka umgebracht haben soll.
  • Er erzählt, dass ihm darüber hinaus auch klar ist, dass jener in der Wohnung war und, wenn er ihn fände, würde er ihn direkt ausliefern. Auch weiß er, dass seine Frau gar nicht bei seiner Schwester war, sondern Brunos Werben beobachtet hat und im Schrebergarten übernächtigt habe.
  • Auch die Beerdigung von Knobbes Kind sei abgeblasen und da wird Fr. John hellhörig, bekommt aber kaum Infos.
  • Direktor Hassenreuther wendet sich zum gehen, doch John lädt ihn ein zu Bleiben. Es entsteht Streitgespräch zwischen John und seiner Frau und als dann noch Selma dazu kommt wird nach und nach der Komplott ans Licht gebracht und geklärt. Im Finale will dann die John mit dem Kind abhauen, das Kind wird ihr aber entwendet und sie begeht Selbstmord.


==> Komplott fliegt auf



==> Fr. John will immer Mitleid erregen, kriegt aber keins



==> John will mit Selma seine Frau verlassen, um das Kind bei seiner Schwester aufzuziehen. Da es aber nicht sein Kind ist, überlegen schließlich die Hassenreuthers es zu nehmen.



==> Durch ihren Suizid und der Festnahme Brunos ist scheinbar das Böse aus der Welt


Struktur (s. Regeldrama) Bearbeiten

Die „klassischen“ erzählerischen Funktionen der fünf Akte, wie sie zwischen Opitz und Freytag behauptet werden, sind wie folgt:

Akteinteilung des Dramas nach Gustav Freytag

  1. Exposition (Einleitung/Protase)
  1. Komplikation (Steigerung/Epitase)
  1. Peripetie (Umkehr der Glücksumstände des Helden)
  1. Retardation (Verlangsamung)
  1. Katastrophe oder Lysis/Dénouement


Ödön von Horváth - Geschichten aus dem Wiener WaldBearbeiten

1. TeilBearbeiten

I. Szene: Draußen an der Wachau

  • Alfred sitzt zu Tisch und isst saure Milch. Seine Mutter kommt hinzu und es entsteht eine Unterhaltung über Alfreds Leben: Arbeit (er ist nicht länger Bänker, sondern selbstständig), Zukunft (er hat noch keine adäquate Frau gefunden), warum er nicht öfter kommt.
  • Die Großmutter kommt hinzu und beschwert sich, wer ihr Essen gegessen habe. Mutter erklärt.
  • Alfred wird vom Hierlinger Ferdinand und Valerie abgeholt. Sie verweilen eben.
  • Hierlinger Ferdinand und die Mutter besteigen eine Ruine, währen Valerie und Alfred sich unterhalten: Valerie hat herausgefunden, dass Alfred sie um 23 Schilling ihres Pferderennen-Wetteinsatz betrogen hat. Eine Liebesbeziehung zwischen Valerie und Alfred wird angedeutet.
  • Als sie los wollen, fragt die Großmutter, wann sie ihr Geld kriege. Sie sei so alt und wolle damit ihre Beerdigung finanzieren

→ Andeutung, dass Alfred ein Player ist

→ Verspielt anderer Leute Geld


II. Szene: Stille Straße im achten Bezirk

Neue Figuren: Oskar, der Metzger; Havlitschek, sein Gehilfe; Rittmeister; ein pensionierter Soldat; Valerie, ihr gehört der Tabakladen; Marianne, Tochter des Zauberkönigs, dem der Puppenladen gehört.

  • Oskar und Havlitschek unterhalten sich über die gestrige Blutwurst, Rittmeister kommt hinzu und lobt jene.
  • Valerie tritt aus dem Laden und redet mit Rittmeister
  • dann kommt Marianne hinzu. Sie verabschiedet eine Kundin und wendet sich dem Volk zu. Es wird klar, sie ist mit Oskar (fast, denn er muss die Trauerzeit um seine Mutter noch herumkriegen) verlobt, steht aber noch unter den Fittichen ihres Vaters. Er hat seine Sockenhalter verloren und nun ist sie Schuld und muss suchen.
  • Oskar und Zauberkönig gehen zur Totenmesse
  • Alfred kommt hinzu und beobachtet Marianne durch das Schaufenster im Puppenladen, bis er von Valerie ertappt wird. Es kommt zur Trennung, als er sich nach Mariannes Namen erkundigt und sagt, sie sei sehr hübsch.


→ Marianne wird von jedem herum kommandiert und grob behandelt

→ Oskar und Havlitschek eher grobschlächtig

→ Zauberkönig eher dominant, unnachgiebig und verbittert


III. Szene: Am nächsten Sonntag im Wiener Wald

  • eine große Gesellschaft an der Donau. Darunter Zauberkönig, Marianne, Oskar, Valerie, Erich (Berufssoldat), Alfred
  • Oskar macht Fotos von der Gesellschaft
  • Zauberkönig verkündet feierlich offiziell die Verlobung von Marianne und Oskar

→ „der Zauberkönig küsst Marianne auf die Stirn und Oskar auf den Mund“ (S. 31, Z. 10ff)

  • (Erstes?) Treffen von Valerie und Alfred nach der Trennung und es herrschen immer noch Spannungen zwischen ihnen.
  • Sinnloses Geplenkel der Umliegenden, Tratsch und Höflichkeiten werden ausgetauscht
  • Annäherungen von Alfred und Marianne und jene gesteht, dass sie keine sehr tiefen Gefühle für Oskar hat.
  • Zauberkönig baggert Valerie an: Beobachtet sie erst, dann geht zu ihr und küsst sie sogar. Als Erich kommt verschwindet er und sie baggert den Dazugekommenen an. Es endet im Kusse

→ Zauberkönig mag Oskar mehr, als Marianne es tut und als er Marianne mag

→ ironische Bemerkungen von Horváth: „[Leute] und kleine weißgekleidete häßliche Kinder“ (S.25, Z. 30)

„Ida jenes magere, herzoge Mäderl, tritt nun weißgekleidet mit einem Blumenstrauß vor das verlobte Paar und rezitiert mit einem Sprachfehler“ (S.20, Z. 30ff.) „Man lagert sich nun im Wald und die kleinen Kinder spielen und stören.“ (S. 31, Z. 31f)

→ Marianne ist Puppe von Oskar und den anderen

„Er [=Oskar] stürzt sich auf Marianne und demonstriert an ihr seine Griffe [des Jiu-Jitsu]. Marianne stürzt zu Boden: Au! Au! Au! - […] Oskar [..]: Aber ich hab doch den Griff nur markiert, sonst hätt ich ihr doch das Rückrad gebrochen.“ (S.33, Z. 17-23)


IV. Szene: An der schönen blauen Donau

  • Alfred und Marianne sind zusammen am Flussufer und es kommt zum Kuss.
    Die Beiden lieben sich und wollen zusammen sein, doch Alfred hat ob seiner Situation Bedenken, doch Marianne ist wild entschlossen
  • Zufällig hat der Zauberkönig mitgehört und will die Geschichte wegen der Verlobung vertuschen, doch durch Schreckenschrei von Marianne kommen auch die Anderen hinzu, darunter Oskar und Marianne trennt sich darauf hin von ihm
  • Oskar schwört, dass er nicht von seiner Liebe ab lassen wird, im Gegensatz zum Zauberkönig, der sagt, er habe keine Tochter mehr
  • Alfred und Marianne bleiben alleine zurück und wollen zusammen sein/bleiben (sie will sogar ein Kind)

→ Marianne löst sich von der Gesellschaft, die sie in Ketten gelegt hatte


2. TeilBearbeiten

I. Szene: Stille Straße im achten Bezirk

  • Havlitschek steht in der Tür und unterhält sich mit dem Dienstmädchen Emma über Oskar
  • Havlitschek baggert Emma an, was zur Verabredung eines Treffens führt
  • Oskar kommt hinzu und spricht Havlitschek auf die Arbeit an. Er habe heute keine Lust, die Sau abzustechen, ob er es machen könne. Havlitschek schlägt den Bogen zu den Frauen, doch Oskar ist nur wieder an Marianne erinnert

→ Oskar liebt Marianne immer noch, obwohl schon ein Jahr vergangen ist und schaut sich auch nicht nach einer anderen um Er scheint die Lebenslust verloren zu haben


II.Szene: Möbliertes Zimmer im achtzehnten Bezirk

  • Marianne und Alfred stehen in in der Wohnung am frühen Morgen
  • Sie diskutieren über ihr (gemeinsames) Leben und Alfred hat Züge des Zauberkönigs angenommen
  • Auch ihr Kind ist Thema: Alfred will es zu seiner Mutter geben, doch Marianne ist dagegen

→ Ihre Beziehung kriselt: wenig Geld, Kind, arbeitstechnische Veränderungen führen zu Unmut


III.Szene: Kleines Café im zweiten Bezirk

  • Hierlinger Ferdinand und Alfred treffen sich (zufällig?) im Café und sprechen über Marianne: Es stell sich heraus, dass Alfred aus der Beziehung heraus möchte, weil er sich von Marianne eingeengt fühlt, und das Kind zu seiner Mutter gegeben hat
  • Hierlinger schlägt vor, Marianne arbeiten zu lassen, das würde die Beziehung auf natürliche Weise zerstören
  • Hierlinger will ihr Job als (Nackt-)Tänzerin organisieren und geht
  • Alfred geht zu Marianne, die unterdessen das Café betreten hatte und spielt ihr immer noch heile Welt vor

→ Alfred belügt seine Mitmenschen → Marianne sucht sich Unterstützung wo sie kann (hier beim Heiligen Antonius)


IV. Szene: Bei der Baronin mit dem internationalen Verbindungen

  • Hierlinger Ferdinand und Marianne sind bei der Baronin und unterhalten sich mit deren Schwester
    Diese liest in Mariannes Hand und sagt schwierige Zukunft voraus
  • Dafür wird sie von der Baronin gescholten und jene begutachtet dann Marianne und erkundigt sich nach ihren Fähigkeiten

→ Marianne ist wieder nur ein Stück Fleisch, das zur Schau gestellt wird


V. Szene: Draußen an der Wachau

  • Alfred unterhält sich mit seiner Mutter: Sie erkundigt sich nach Marianne, die von der Baronin eingestellt wurde und meint, nun da er ein Kind habe, solle er auch heiraten
  • Alfred unterhält sich mit seiner Großmutter: Er will wieder Geld von ihr leihen, doch sie weigert sich, solange er noch mit Marianne zusammen ist. Es kommt zum Streit: Sie will auch ihr anderes Geld zurück und benimmt sich sehr kindisch (kneift ihn und schreit, als sie ihren Willen nicht bekommen). Sie mag Marianne nicht und mäkelt an ihr herum
  • Sie hat aber auch Mitleid mit Alfred und empfiehlt ihm, nach Frankreich zu fahren

→ Alfred will wieder in sein altes Verhaltensmuster zurück

→ Großmutter erpresst ihn mit Geld, um ihren Willen zu kriegen


VI. Szene: Und wieder in der stillen Straße im 8.Bezirk

  • Normaler Alltag, man trifft sich auf der Straße:
  • Die gnädige Frau aus dem ersten Teil kommt und erkundigt sich nach Marianne
  • Zauberkönig verleugnet sie aber und weist die Frau barsch ab
  • Erich kommt vorbei und entstehen Diskussionen zwischen ihm, Valerie, dem Rittmeister und Oskar:
    Erich und Rittmeister haben beide im Krieg gedient – der eine für D, der andere für A – und nun stellt sich die Frage, wer der Bessere ist

Valerie versucht zu schlichten, gibt aber auf und verlässt die Männer in ihre Trafik und bald gehen auch die Anderen

  • Alfred kommt vorbei und verabschiedet sich bei Valerie: Er will nach F
  • Oskar hört dieses zufällig mit und will nun doch selbst die Sau schlachten

→ Oskar hat neue Hoffnung

→ Zauberkönig ist aufgeschmissen ohne Marianne und resigniert → Wer hatte eigtl. nichts mit Valerie?!


VII. Szene: Im Stephansdom

  • Marianne ist bei der Beichte und der Beichtvater resümiert gerade ihre Sünden. Nun soll sie auch ihr Kind bereuen, sie wehrt sich aber dagegen, denn das Kind kann ja nichts für die Umstände seiner Geburt.
  • Der Beichtvater ist weniger begeistert und fordert sie auf, erst mit sich selbst ins Reine zu kommen, ehe sie wieder beichten will
  • Sie lässt durchblicken, dass sie sich von Alfred trennen will

→ Marianne sucht wieder i-wo Hilfe

→ Sie hat die Beziehung aufgegeben

→ Sie übernimmt Verantwortung für ihr Leben → Wird aber wieder von jmd. Unterjocht

==> Marianne ist und bleibt eine inferiore Persönlichkeit

=Bearbeiten

3. Teil===

I.Szene: Beim Heurigen ---------------------------> Maxim

  • Gesellschaft feiert und trinkt viel
  • Valerie wird von Männern umgarnt
  • Sie ziehen ins „Maxim“ um > wg. der Show mit Aktbildern
  • Marianne ist dort angestellt und wird bei der Show von Valerie erkannt, aber kann selbst niemanden erkennen
  • Zauberkönig ist überrumpelt und überfordert mit der Situation. Er gibt dem Rittmeister die Schuld für diesen Eklat, weil er darauf bestand, dort hin zu gehen.
  • Marianne kommt in den Besucherraum und geht zu ihrem Vater und versucht mit im zu reden – er weist sie aber böse ab und verleugnet sie.
    Sie bettelt um seine Hilfe, doch er bleibt hart
  • Der Mister bittet sie um Briefmarken gegen Entschädigung und sie beklaut ihm, wird aber erwischt und verhaftet

→ Marianne wird wieder abgewiesen → Marianne ist auf dem Boden angekommen

→ Rittmeister versucht zu helfen


II.Szene: Draußen an der Wachau

  • Alfred unterhält sich mit seiner Großmutter: Marianne ist in U-Haft

Alfred hat das geliehene (neue) Geld verspielt

  • Alfred und sie zicken sich mal wieder kindisch an und er sagt, er wolle nie mehr wieder kommen und geht
  • Mutter kommt dazu, verpasst ihn aber
  • Großmutter sagt, Alfred sei wie sein Vater und Mutter macht sich sorgen um ihren Enkel
  • Großmutter lenkt sich mit Zitar-Spiel ab
    Mutter sagt, dass sie die Großmutter gesehen hat, wie sie des Kindes Bett in den Luftzug gestellt hat, doch diese streitet es ab

→ Alfred war nicht in F

→ Großmutter will Kind umbringen


III.Szene: Und abermals in der stillen Straße im achten Bezirk

  • Gespräch zwischen Rittmeister und Valerie
  • Erich kommt hinzu, um sich von Valerie zu verabschieden – er verlässt Wien (alle ab)
  • Oskar und Alfred kommen zusammen aus der Metzgerei: Sie haben über Marianne gesprochen und Alfred hat sich entschuldigt
    → Sie wirken wie alte Freunde die über Nichtigkeiten plaudern
  • Zauberkönig und Erich kommen zusammen aus dem Laden
  • Valerie kommt hinzu und als Erich geht, spricht sie Zauberkönig auf das Problem mit seiner Tochter an – sie versucht zu schlichten, aber er wehrt sich starr dagegen

Doch sie schafft es dennoch, ihn milde zu stimmen und er beschließt, den Laden nicht zu verkaufen (er ab)

  • Oskar spricht dann Valerie an: Er will den Streit zwischen ihr und Alfred schlichten und ihr bleibt nichts anderes übrig und sie verhandeln sogar wieder über Geschäfte
  • Marianne kommt zufällig vorbei und Valerie bewegt sie dazu, sich auch mit allen zu versöhnen, was sie auch tut

→ Friede, Freude, Eierkuchen

→ alle verstehen sich wieder

→ Die Welt ist wieder i.O.


IV.Szene: Draußen in der Wachau

  • Großmutter und Mutter sitzen zusammen und Mutter soll Brief schreiben: Das Kind von Marianne und Alfred ist tot. Als letztere es nicht kann, diktiert erstere ihr Einen
  • Marianne, Zauberkönig, Alfred, Oskar und Valerie kommen: Sie sind gekommen, um das Kind zu sehen und besuchen
  • Großmutter überreicht den Brief
  • Marianne ist schockiert und wie wie gelähmt, dann geht sie auf die Großmutter los
    Oskar hält sie mit physische Gewalt davon ab
  • Marianne resigniert über ihr Leben und Oskar nutzt die Situation zu seinem Gunsten

→ Marianne wird wieder unterjocht

→ Ihr einziger Akt der Rebellion ist tot


Ödön von Horváth - GebrauchsanweisungBearbeiten

Horváth ist der Meinung, die „Synthese zwischen Ironie und Realismus“ (S.215) gelänge bei den Aufführungen nicht. Deshalb bereue er es, die Verantwortung über die Inszenierung abgegeben zu haben. Des Weiteren beschuldigt er das Publikum, ein Konsumverhalten an den Tag zu legen und keine Befriedigung erlangen wollen. Diese Aussagen führen zu dem Schluss, dass sich Horváth auf einem höheren intellektuellen Niveau sieht. Seine Lösung für das Problem ist die Verfassung der Gebrauchsanweisung, in der er andeutet, sich an den Inszenierungen zu beteiligen.


Volksstück

Literatur als Dokument zur Zeit- und Sozialkritik

Warum gelingen Stücke auf der Bühne nicht? → Lösung

Horváth theatertheoretische Position (Intention)

Was ist ein Volksstück?

- alltägliche Probleme werden behandelt

- einfache Sorgen

- volkstümlich

- bodenständig



Warum der Name „Volksstück“? -Horváth möchte das Theater neu gestalten

- das ganze Volk wird einbezogen

- Sprache, verbale Handlung ist wichtig

- kein Dialekt → alle sollen angesprochen werden

- Reformation des Volksstücks

- Orientierung an der Tradition der Volkssänger & Volkskomiker

- kein Soziolekt (alle gleich)

- charakteristische Wortwahl

- Synthese aus Ironie & Realismus → dramatische Handlung

- gesellschaftliches Umfeld wird von Horváth als spießig und „pseudointelligent“ empfunden und dargestellt



→ Bildungsjargon ungebildete Menschen versuchen eloquent zu wirken, indem sie ihren Dialekt überspielen



- Asozialität der Menschen wird von Horváth in seinen Stücken dargestellt

Fehler Horváths:

- Synthese zwischen Ironie & Realismus misslingt - Verantwortung über Inszenierung abgegeben

==> Horváth sieht sich auf intellektuell höherem Niveau



Fehler des Publikums:

- Konsumverhalten - keine Befriedigung ihrer Bedürfnisse



Lösung Horváths:

→ Gebrauchs-anweisung

→ Beteiligung an Inszenierung

- keine Parodie



- keine spezifische Demaskierung



- Ziel: Demaskierung

des kollektiven Bewusstseins



- allgemein gilt: Theater drückt unterbewusst Wünsche aus und befriedigt diese



- Menschen gehen aus dem Theater mit weniger asozialen Regungen heraus



- umso geringer die Chance sich persönlich zu entfalten, desto größer der Wunsch ins Theater zu gehen



Horváths Ziel:

Die Menschen so zu zeigen, wie sie wirklich sind

==> Demaskierung des Bewusstseins.